Modul 4 von 6

Schutz, Sicherheit und Privatsphäre

4.1Überblick

Vorwort

Dieses Kapitel führt in die Gewohnheiten eines achtsamen digitalen Bürgerverhaltens ein: zu entscheiden, was man teilt, zu erkennen, wer den Zugang zu Informationen kontrolliert, und zu verstehen, warum private Nachrichten Schutz verdienen. Die Lernenden üben, durchdachte Entscheidungen zu treffen, ohne dabei etwas Persönliches preisgeben zu müssen.

Übergeordnete Ziele

  • Zwischen öffentlichen und privaten Informationen unterscheiden.
  • Vertrauen, Zugang und die Möglichkeiten erkunden, wie Informationen geschützt werden können.
  • Respektvolle, verantwortungsbewusste Entscheidungen über das Teilen üben.

Worauf Sie sich freuen können

Durch das Sortieren nach „öffentlich oder privat“, Spiele zur Nachrichtenweitergabe, das Basteln von Chiffrierscheiben und eine Staffel-Challenge erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie Informationen verändert, mitgehört oder geschützt werden können. Lehrkräfte können sich auf praxisnahe Gespräche über Grenzen, Vertrauen, Einverständnis und verantwortungsvolle Kommunikation freuen.

Warum das für Bitcoin wichtig ist

Bitcoin ist darauf angewiesen, dass Menschen wichtige Informationen schützen und den Unterschied zwischen einem öffentlichen Register und einem privaten Schlüssel verstehen. Diese frühen, altersgerechten Ideen bereiten die Lernenden darauf vor, sich sicher in vernetzten Systemen zu bewegen und Privatsphäre als Entscheidung und Verantwortung zu schätzen – nicht als etwas, das man fürchten muss.

4.2Torwächter

AktivitätstypDiskussionSortieren / KlassifizierenReflexion
Dauer30 min
SozialformGanze KlassePartnerarbeitEinzelarbeit
Beschreibung

Die Lernenden erkunden in einem angeleiteten Gespräch und anhand von Bildbeispielen den Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Räumen und Informationen. Anhand vertrauter Alltagssituationen üben sie, einzuordnen, was in der Regel öffentlich oder privat ist, und denken darüber nach, dass jeder Mensch selbst entscheiden kann, welche Informationen er für sich behält oder teilt. Die Aktivität schafft ein frühes Bewusstsein für Privatsphäre, Grenzen und Eigenverantwortung.

Ziele

Lernergebnisse

Am Ende dieser Aktivität werden die Lernenden:

  • zwischen öffentlichen und privaten Räumen und Informationen unterscheiden
  • erklären, warum manche Dinge privat bleiben sollten
  • erkennen, dass Menschen selbst entscheiden können, was sie teilen
  • respektvolles Diskutieren und eigenständiges Entscheiden üben

Lernziel in den Worten der Lernenden

  • „Einschätzen, welche Dinge öffentlich sind, welche privat sind und was ich teilen möchte.“
Materialien
  • Anschauungsmaterial oder Bildkarten mit Beispielen für Orte und Informationen (siehe Anhang A)
  • Arbeitsblatt mit Ankreuzfeldern für Öffentlich / Privat (siehe Anhang B)
  • Bleistifte oder Wachsmalstifte
  • Whiteboard oder Plakatkarton
  • Marker
  • Optional: Projektor oder Bildschirm für die Bilder

Aufbau

  • Zeigen Sie die Beispielkarten oder Folien und schreiben Sie ÖFFENTLICH und PRIVAT an die Tafel.
  • Legen Sie Arbeitsblätter und Schreibmaterial bereit.

Ablauf

Schritt 1: Einstieg in die Lektion

5 Minuten

  1. Fragen Sie die Lernenden: „Was bedeutet ‚öffentlich‘?“ und „Was bedeutet ‚privat‘?“ Lassen Sie verschiedene Antworten zu, ohne sie zunächst zu korrigieren, und erklären Sie dann, dass die Klasse gemeinsam anhand von Alltagsbeispielen entscheiden wird.
Schritt 2: Aktivität

20 Minuten

Vorbereitung
  1. Erklären Sie, dass manche Dinge in der Regel öffentlich sind, manche in der Regel privat und manche von der eigenen Entscheidung abhängen – es gibt also nicht immer nur eine richtige Antwort.
Vormachen
  1. Vergleichen Sie ein öffentliches Beispiel wie einen Park („Viele Menschen können dorthin gehen und ihn sehen“) mit einem privaten Beispiel wie einem Passwort („Das gehört nur einer einzigen Person“).
Durchführung
  1. Zeigen Sie jeweils ein Bildbeispiel – etwa einen Park, einen Bus, eine Toilette, ein Auto, eine Augenfarbe, ein Passwort oder eine Bank-PIN – und lassen Sie die Lernenden mit „öffentlich“ oder „privat“ abstimmen. Ordnen Sie das Beispiel der passenden Überschrift zu und fragen Sie dann „Warum?“ oder „Könnte sich das jemals ändern?“
Zwischenkontrolle
  1. Bitten Sie die Lernenden, den Unterschied zwischen öffentlich und privat in eigenen Worten zu erklären; achten Sie auf echtes Verständnis statt auswendig gelernter Definitionen.
Reflexion
  • Fragen Sie: „Ist die Augenfarbe immer privat?“
  • Fragen Sie: „Kann etwas privat sein, auch wenn andere es sehen können?“
  • Führen Sie die Lernenden zu der Erkenntnis, dass Menschen selbst entscheiden, welche Informationen sie teilen.
Schritt 3: Abschluss
  1. Sammeln Sie Arbeitsblätter und Materialien ein. Bekräftigen Sie: „Sie entscheiden selbst, welche Informationen Sie teilen; ein kluger Umgang mit Privatsphäre hilft Ihnen, sicher zu bleiben.“

Kernpunkte

  • Öffentliche und private Informationen unterscheiden und entscheiden, was man teilt.

Diskussionsfragen

5 Minuten

  1. Teilen Sie das Arbeitsblatt mit den Ankreuzfeldern aus.
  2. Die Lernenden entscheiden für jeden Punkt, ob sie ihn öffentlich machen oder privat halten würden.
  3. Betonen Sie, dass die Antworten von Person zu Person unterschiedlich ausfallen können.

Notizen

Klassenführung
  • Fördern Sie respektvolles Zuhören und unterschiedliche Meinungen
  • Bitten Sie die Lernenden nicht, sensible persönliche Informationen preiszugeben
Erweiterungen & Zusatzaktivitäten
  • Ergänzen Sie digitale Beispiele wie Benutzernamen oder Fotos
  • Erstellen Sie ein Klassenregel-Poster zum Teilen von Informationen
  • Betrachten Sie Superhelden und Schurken – warum schützen sie ihre Identität?
  • Erstellen Sie ein Diagramm der Informationen, die jede Schülerin und jeder Schüler teilen bzw. privat halten möchte
Differenzierung
  • Jüngere Schülerinnen und Schüler: nur ortsbezogene Beispiele verwenden
  • Ältere Schülerinnen und Schüler: zu anspruchsvolleren Themen übergehen (DNA, Gesichtserkennung, GPS-Standort, Name)
  • DaZ/Barrierefreiheit: Bilder, Gesten, einfache Sprache
  • Sicherheit: nicht nach echten Passwörtern oder persönlichen Daten fragen
Vorgeschlagene Aufgabe

Bitten Sie einen Erwachsenen, dem Sie vertrauen, eine Art von Information zu nennen, die er bewusst privat hält, und zu erklären, warum. Teilen Sie eine Sache, die Sie über öffentliche und private Informationen gelernt haben.

4.3Abhören

AktivitätstypSimulationSpielDiskussionErfahrungsorientiertes Lernen
Dauer40–50 min
SozialformGanze KlasseKleingruppen
Beschreibung

Die Lernenden erkunden, wie sich Informationen verändern, je nachdem, wer sie überbringt und wer sie hören darf. In einer Reihe kurzer Spiele zur Nachrichtenweitergabe mit wechselnden Regeln erleben sie Vertrauen, Fehler und absichtliche Störungen aus erster Hand. Die Reflexion konzentriert sich darauf, wie Nachrichten verändert werden, nach außen dringen oder geschützt werden können, und wer entscheiden sollte, wer Zugang zu Informationen erhält.

Ziele

Lernergebnisse

Am Ende dieser Aktivität werden die Lernenden:

  • erleben, wie sich Informationen bei der Weitergabe zwischen Menschen verändern können
  • den Unterschied zwischen Fehlern und absichtlichen Veränderungen erkennen
  • verstehen, dass nicht jeder jede Nachricht hören sollte
  • beginnen, kritisch über Vertrauen, Privatsphäre und die Kontrolle über Informationen nachzudenken

Lernziel in den Worten der Lernenden

  • „Sehen, was mit einer Nachricht passiert, wenn verschiedene Menschen sie überbringen.“
Materialien
  • Vorbereitete kurze und lange Nachrichtenkarten (als Referenz für die Lehrkraft) (siehe Anhang A)
  • Papier und Bleistift für die Variante „Laufdiktat“
  • Freie Fläche im Klassenzimmer für Bewegung
  • Whiteboard oder Plakatkarton für Reflexionsnotizen
  • Marker für Reflexionsnotizen
  • Optional: Einfaches Symbol- oder Ersetzungscode-Blatt für die optionale verschlüsselte Nachricht (siehe Anhang B)
  • Optional: Zusätzliche ausgedruckte Nachrichtenkarten – ein ausgehängtes Exemplar pro Team – sowie Klebeband oder Klammern für die Variante „Laufdiktat“
  • Optional: Timer

Aufbau

  • Bereiten Sie eine einfache und eine komplexe Nachricht vor und teilen Sie dann Teams mit 6–8 Lernenden ein.
  • Schaffen Sie einen sicheren Bereich, in dem sich die Lernenden aufstellen und bewegen können.

Ablauf

Schritt 1: Die Unterrichtsstunde vorbereiten

5 Minuten

  1. Fragen Sie, ob die Lernenden schon einmal „Stille Post“ gespielt haben und ob die Nachricht immer gleich bleibt. Erklären Sie, dass sie testen werden, wem man eine Nachricht anvertrauen kann; vermeiden Sie dabei technische oder abstrakte Begriffe.
Schritt 2: Aktivität

30–35 Minuten

Vorbereitung
  1. Teilen Sie die Klasse in kleine Teams auf. Erklären Sie, dass sie mehrere kurze Runden mit dem gleichen Ablauf, aber unterschiedlichen Regeln spielen werden und dass niemand für Fehler Ärger bekommt.
Vormachen
  1. Zeigen Sie die Flüsterregeln an einem sehr kurzen Beispiel: nur flüstern, nichts wiederholen und keine Fehler korrigieren.
Durchführung
Runde 1 – Einfache Nachricht (vertrauenswürdige Kette)
  1. Flüstern Sie der ersten Person einen sehr einfachen Satz zu; die Lernenden geben ihn die Reihe entlang weiter, und die letzte Person sagt ihn laut.
  2. Zwischenfrage: War die Nachricht richtig? Hat jemand sie absichtlich verändert? Fiel es leicht, der Gruppe zu vertrauen?
Runde 2 – Schwierige Nachricht (komplexe Informationen)
  1. Wiederholen Sie die Flüsterkette mit einem längeren, präziseren Satz und lassen Sie dann die letzte Person ihn laut sagen.
  2. Zwischenfrage: Was hat sich verändert? Wo ist es schiefgegangen? Hat sich jemand absichtlich falsch verhalten, oder war es einfach schwierig?
Runde 3 – Geheime Regel (absichtliche Veränderung)
  1. Verwenden Sie dieselbe komplexe Nachricht, sagen Sie aber einer Person in der Mitte heimlich, dass sie ein Wort verändern darf. Geben Sie die Regel nicht bekannt; starten Sie dann die Flüsterkette.
  2. Zwischenfrage: Fühlte sich das anders an als Fehler? Woran konnten wir erkennen, dass etwas nicht stimmte? Was fühlte sich unfair an?
Optionale Variante – Laufdiktat (Kontrolle vs. Vertrauen)
Runde 4 – Vertrauenswürdiger Läufer
  1. Hängen Sie die geschriebene Nachricht auf der anderen Seite des Raumes auf. Eine Person läuft hin, liest sie, kehrt zurück und sagt sie der schreibenden Person, die sie aufschreibt.
  2. Zwischenfrage: War das klarer als das Flüstern, und warum?
Runde 5 – Nicht vertrauenswürdiger Raum
  1. Stellen Sie eine Lauscherin oder einen Lauscher in die Nähe des Laufwegs, die bzw. der die Nachricht hören, aber nicht sehen darf.
  2. Zwischenfrage: Wer hat etwas erfahren, das er nicht hätte erfahren sollen, und war die Nachricht trotzdem sicher?
Optionale letzte Wendung – Verschlüsselte Nachricht
  1. Wiederholen Sie das Laufdiktat mit einer Nachricht, die in einem einfachen Symbolcode geschrieben ist (siehe Anhang B).
  2. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler beobachten, wer sie verstehen kann.
  3. Kontrollpunkt: Wer kann sie lesen, und wer hört sie, erfährt aber nichts?
Reflexion
  1. Fragen Sie, wer alles hören sollte, wer nichts hören sollte und wer darüber entscheiden sollte; lassen Sie die Schülerinnen und Schüler das Problem in eigenen Worten benennen.
Schritt 3: Abschluss

5 Minuten

  1. Danken Sie den Schülerinnen und Schülern für ihre ehrliche Teilnahme, bringen Sie den Raum wieder in Ordnung und bekräftigen Sie: „Sorgsamer Umgang mit Informationen hilft, Menschen zu schützen.“

Kernpunkte

  • Beobachten, wie sich Nachrichten auf dem Übertragungsweg verändern können, und erklären, wie Vertrauen Privatsphäre und Genauigkeit beeinflusst.

Diskussionsfragen

5–10 Minuten

  1. Wiederholen Sie, dass Nachrichten sich verändern, durchsickern oder verfälscht werden können.
  2. Bekräftigen Sie, dass Vertrauen von Regeln und Grenzen abhängt.
  3. Stellen Sie einen Bezug zu früheren Lektionen über öffentliche und private Informationen her.

Notizen

Klassenführung
  • Behandeln Sie Fehler und emotionale Reaktionen als normal und bewahren Sie dabei ruhig die Kontrolle.
  • Beschuldigen oder enthüllen Sie den verdeckten Regelbrecher nicht, es sei denn, die Schülerinnen und Schüler fragen ausdrücklich danach.
Erweiterungen & Zusatzaktivitäten
  • Formulieren Sie eine Klassenregel zum Schutz von Nachrichten oder gestalten Sie das Spiel neu, um es fairer zu machen.
Differenzierung
  • Jüngere Schülerinnen und Schüler: kürzere Nachrichten und weniger Runden.
  • Lernende mit Deutsch als Zweitsprache/Barrierefreiheit: visuelle Hinweise, langsameres Tempo, Unterstützung durch Lernpartner.
  • Sicherheit: kontrollierte Bewegung und klare Regeln zum Flüstern.
Vorgeschlagene Aufgabe

Geben Sie zu Hause eine kurze Nachricht über zwei Personen weiter und vergleichen Sie die endgültige Nachricht mit der ursprünglichen. Erzählen Sie einem Elternteil oder einer Betreuungsperson, was passieren kann, wenn Nachrichten weitergegeben werden.

4.4Cypherpunks schreiben Code

AktivitätstypKreatives BastelnErfahrungsorientiertes Lernen
Dauer45–60 min
SozialformGanze KlasseEinzelarbeit
Beschreibung

Die Lernenden lernen Codes als Möglichkeit kennen, Informationen zu verbergen und zu schützen. In einer praktischen Bastelaktivität bauen sie eine einfache Chiffrierscheibe und verwenden sie, um Begriffe rund um Bitcoin zu verschlüsseln und zu entschlüsseln. Die Aktivität verbindet Feinmotorik, logisches Denken und erste kryptografische Konzepte und festigt dabei neue Fachbegriffe auf spielerische und anschauliche Weise.

Ziele

Lernziele

Am Ende dieser Aktivität werden die Lernenden:

  • die Bedeutung von Verschlüsseln und Entschlüsseln verstehen; erkennen, dass eine Änderung des Codes das Ergebnis verändert; eine Chiffrierscheibe verwenden, um einfache Wörter zu verschlüsseln und zu entschlüsseln; ausgewählte Bitcoin-Begriffe korrekt entschlüsseln und verschlüsseln.

Lernziel in den Worten der Lernenden

  • „Ein Werkzeug für Geheimcodes basteln und damit Wörter verstecken und lesen.“
Materialien
  • Ausgedruckte Vorlagen für Chiffrierscheiben mit innerem und äußerem Buchstabenring (siehe Anhang A)
  • Ausgedrucktes Arbeitsblatt mit verschlüsselten Bitcoin-Begriffen (siehe Anhang B)
  • Bleistifte, Wachsmalstifte oder Filzstifte
  • Scheren
  • Eine Musterbeutelklammer pro Chiffrierscheibe
  • Whiteboard oder Plakatkarton
  • Whiteboard- oder Plakatmarker
  • Optional: Vorgefertigte Chiffrierscheibe zur Vorführung, zusätzliche Übungsblätter
  • Optional: Vorführung per Projektor, Linkshänderscheren

Aufbau

  • Drucken Sie die Vorlagen für die Chiffrierscheiben und die Arbeitsblätter aus; bereiten Sie eine große Scheibe oder eine Tafelversion zur Vorführung vor.
  • Legen Sie Scheren und Klammern sicher bereit.

Ablauf

Schritt 1: Einstieg in die Lektion

5 Minuten

  1. Fragen Sie die Lernenden, was ein Geheimcode ist und wo sie schon einmal einen gesehen haben, etwa in Spielen, geheimen Botschaften oder bei Schlössern. Führen Sie die Begriffe Verschlüsseln und Entschlüsseln in einfacher Sprache ein und erklären Sie, dass sie einen Code verwenden werden, um Wörter zu verstecken und sichtbar zu machen.
Schritt 2: Aktivität

35–45 Minuten

Vorbereitung
  1. Erklären Sie, dass durch das Verschieben von Buchstaben geheime Botschaften entstehen; schreiben Sie das Alphabet an und zeigen Sie eine einfache Verschiebung, etwa dass aus A ein D wird.
Vormachen
  1. Führen Sie vor, wie ein kurzes Wort mit einer Buchstabenverschiebung verschlüsselt und anschließend entschlüsselt wird. Stellen Sie die Chiffrierscheibe vor und zeigen Sie, dass sowohl ihre Stellung als auch die Anzahl der Drehungen die Ergebnisbuchstaben verändern.
Durchführung
Teil 1 – Chiffrierscheibe basteln
  1. Die Lernenden schneiden den inneren und den äußeren Buchstabenkreis aus, legen den kleineren Kreis auf den größeren und befestigen beide mit einer Klammer, sodass sich die Scheibe frei drehen lässt. Anschließend testen sie sie, indem sie verschiedene Buchstaben übereinanderstellen.
Zwischenkontrolle
  1. Entschlüsseln Sie gemeinsam ein Wort und prüfen Sie, ob die Lernenden verstehen, wie eine Veränderung der Scheibe das Ergebnis verändert.
Teil 2 – Verschlüsseln und Entschlüsseln üben
  1. Die Lernenden verwenden ihre Chiffrierscheibe, um Wörter auf dem Arbeitsblatt zu entschlüsseln und Bitcoin-Begriffe mit einer selbst gewählten Buchstabenverschiebung zu verschlüsseln. Gehen Sie herum, um sie zu unterstützen und ihr Verständnis zu überprüfen.
Reflexion
  • Fragen Sie die Lernenden, was passiert ist, als sie die Stellung der Scheibe verändert haben.
  • Fragen Sie, ob dasselbe Wort immer gleich aussieht, wenn sich der Code ändert.
  • Fragen Sie, warum jemand Informationen auf diese Weise verbergen möchte.
Schritt 3: Abschluss
  • Sammeln Sie Scheren und gemeinsam genutzte Materialien ein und lassen Sie die Lernenden ihre Chiffrierscheiben behalten. Betonen Sie: „Wenn sich der Code ändert, ändert sich die Botschaft, aber die Bedeutung bleibt gleich.“

Kernpunkte

  • Eine Chiffrierscheibe verwenden, um einfache Wörter zu verschlüsseln und zu entschlüsseln.

Diskussionsfragen

2 Minuten

  • Wiederholen Sie die wichtigsten Begriffe: Verschlüsseln, Entschlüsseln, Code, Botschaft.

Notizen

Klassenführung
  • Beaufsichtigen Sie den Umgang mit Scheren und Klammern sorgfältig.
  • Ermutigen Sie die Lernenden, während der Bastelphase geduldig zu sein.
Erweiterungen und Zusatzaktivitäten
  • Entschlüsselungs-Challenge auf Zeit mit neuen verschlüsselten Wörtern.
  • Spielen Sie eine Entschlüsselungs-Challenge wie Chiffre-Galgenmännchen, bei der das verschlüsselte Wort an die Tafel geschrieben wird.
Differenzierung
  • Jüngere Schülerinnen und Schüler: Verwenden Sie kürzere Wörter, eine feste Buchstabenverschiebung und Wortschatz ohne Bitcoin-Bezug.
  • Ältere Schülerinnen und Schüler: Sie wählen ihre eigene Buchstabenverschiebung und notieren sie, damit andere sie lösen können.
  • DaZ/Barrierefreiheit: visuelle Alphabet-Hilfen und Unterstützung durch Mitschülerinnen und Mitschüler.
  • Sicherheit: Scheren mit abgerundeter Spitze und beaufsichtigte Verwendung von Musterbeutelklammern.
Vorgeschlagene Aufgabe

Schreiben Sie mit Ihrer Chiffrierscheibe eine kurze Nachricht für ein Elternteil oder eine Betreuungsperson und helfen Sie ihr anschließend, sie zu entschlüsseln.

4.5Nostr

AktivitätstypSimulationSpielKreatives Basteln
Dauer50–60 min
SozialformKleingruppen
Beschreibung

Aufbauend auf früheren Aktivitäten zu Vertrauen, Nachrichtenweitergabe und Abfangen vergleichen die Lernenden nun die offene Informationsübertragung mit verschlüsselter Kommunikation. Zunächst erleben sie, dass die Weitergabe von Informationen Vertrauen in Vermittler erfordert und dass Nachrichten mitgehört oder verändert werden können. Anschließend setzen sie Chiffrierscheiben ein, um Nachrichten zu schützen, und entdecken, dass Informationen privat bleiben können, selbst wenn sie über nicht vertrauenswürdige oder öffentliche Kanäle weitergegeben werden. ### Voraussetzungen

Ziele

Lernergebnisse

Am Ende dieser Aktivität werden die Lernenden:

  • wiederholen, warum die Übertragung von Informationen Vertrauen in Vermittler erfordert
  • erkennen, wie Nachrichten bei offener Übertragung durchsickern oder sich verändern können
  • verstehen, dass Verschlüsselung Informationen schützt, selbst wenn die Vermittler nicht vertrauenswürdig sind
  • Begriffe mithilfe einer Chiffrierscheibe erfolgreich verschlüsseln und entschlüsseln.

Ziel in den Worten der Lernenden

  • „Einen besseren Weg finden, Nachrichten zu senden, ohne dass man allen vertrauen muss.“
Materialien
  • Vorbereitete Karten mit offenen Nachrichten zur Übertragung (mindestens eine pro Team)
  • Vorlagen für Chiffrierscheiben für alle Lernenden (siehe Anhang A)
  • Arbeitsblätter oder leeres Papier zum Mitschreiben
  • Bleistifte oder Marker
  • Scheren
  • Musterklammern oder Briefklammern für die Chiffrierscheiben
  • Freier Platz im Klassenzimmer zum Bewegen
  • Zwei beschriftete Tische oder Arbeitsplätze pro Team: Sender und Empfänger
  • Optional: Beispiele für einfache und komplexe Nachrichten (siehe Anhang B)
  • Optional: Rollenkarten für Sender, Läufer und Empfänger; eine Punktetabelle oder Aufkleber für Punkte
  • Optional: Timer

Aufbau

  • Stellen Sie für jedes Team zwei Tische weit voneinander entfernt auf und legen Sie auf jeden Sendertisch Karten mit offenen Nachrichten.
  • Bereiten Sie die Materialien für die Chiffrierscheiben vor, halten Sie sie aber bis Phase 2 versteckt.

Ablauf

Schritt 1: Die Stunde vorbereiten

5 Minuten

  1. Bitten Sie die Lernenden, sich an die vorherige Aktivität mit geflüsterten oder weitergegebenen Nachrichten zu erinnern und an die Probleme, die ihnen dabei mit Vertrauen, Fehlern oder Mithören aufgefallen sind. Erinnern Sie sie daran, dass die Nachrichten nicht privat bleiben konnten, und erklären Sie dann, dass sie nun testen werden, ob sich dieses Problem lösen lässt.
Schritt 2: Aktivität

40–45 Minuten

Vorbereitung
  1. Teilen Sie die Lernenden in Dreierteams ein und weisen Sie feste Rollen zu: Spieler 1 ist der Sender, Spieler 2 der Läufer und Spieler 3 der Empfänger.
Vorführen
  1. Führen Sie eine kurze Runde Lauf-Diktat mit einer offenen Nachricht vor. Weisen Sie darauf hin, dass der Läufer die Nachricht genau wiederholen muss und dass alle in der Nähe sie mithören können.
Phase 1 – Offene Übertragung (Vertrauen erforderlich)
  1. Spieler 1 liest die Nachricht still und liest sie dann Spieler 2 leise vor. Spieler 2 gibt sie mündlich an Spieler 3 weiter, der sie aufschreibt; Spieler 2 darf dabei so oft wie nötig hin und her laufen. Das Team, das die Nachricht als erstes erfolgreich übermittelt, gewinnt.
Zwischenbesprechung
  • Fragen Sie, ob die endgültige Nachricht mit dem Original übereinstimmte.
  • Fragen Sie, ob die Läufer andere Teams mitgehört haben.
  • Fragen Sie, ob der Läufer die Möglichkeit hatte, die Nachricht zu verändern.
  • Betonen Sie, dass das System nur funktionierte, wenn man dem Läufer vertrauen konnte.
Phase 2 – Verschlüsselte Übertragung (weniger Vertrauen nötig)
  1. Verteilen Sie die Chiffrierscheiben und lassen Sie sie zusammenbauen. Sender und Empfänger vereinbaren heimlich eine Buchstabenverschiebung; Spieler 1 verschlüsselt eine neue Nachricht, Spieler 2 überbringt nur den verschlüsselten Text, ohne dessen Bedeutung zu kennen, und Spieler 3 schreibt ihn auf und entschlüsselt ihn.
Wettbewerbsregeln
  • Teams erhalten Punkte für korrektes Entschlüsseln.
  • Sowohl Schnelligkeit als auch Genauigkeit zählen.
  • Die Läufer dürfen die Verschlüsselung nicht erfahren.
Reflexion
  1. Fragen Sie, was sich zwischen offener und verschlüsselter Übertragung verändert hat, ob man dem Läufer weiterhin vertrauen musste und wer in jeder Phase den Zugang zur Nachricht kontrollierte.
Schritt 3: Abschluss

5 Minuten

  1. Sammeln Sie die gemeinsam genutzten Materialien ein und bringen Sie den Raum wieder in Ordnung; die Lernenden dürfen ihre Chiffrierscheiben behalten. Betonen Sie: „Man muss nicht allen vertrauen, wenn die eigene Nachricht geschützt ist.“

Kernpunkte

  • Mithilfe von Verschlüsselung eine sicherere Nachrichtenübertragung erkunden, ohne Vermittlern vertrauen zu müssen.

Diskussionsfragen

5–10 Minuten

  1. Wiederholen Sie, dass frühere Aktivitäten gezeigt haben, wie Nachrichten abgefangen oder verändert werden können.
  2. Wiederholen Sie, dass Verschlüsselung es ermöglicht, Nachrichten sicher durch den öffentlichen Raum zu übermitteln.
  3. Verknüpfen Sie dies mit der Idee, selbst zu entscheiden, welche Informationen öffentlich oder privat sind.

Notizen

  • 4.3 – Stille Post
  • 4.4 – Cypherpunks schreiben Code
Klassenführung
  • Ältere Schülerinnen und Schüler können ihre Rolle in der Staffel selbst wählen.
  • Kontrollieren Sie die Laufwege und bestehen Sie bei Bedarf auf Gehen.
  • Betonen Sie, dass Fehler erwartet werden und zum Lernen dazugehören.
Erweiterungen & Zusatzaktivitäten
  • Tauschen Sie die Rollen und wiederholen Sie die Aktivität mit einer neuen Verschlüsselung.
  • Verlängern Sie die Nachricht oder fügen Sie Ablenkungsnachrichten hinzu.
Differenzierung
  • Jüngere Schülerinnen und Schüler: einzelne Wörter und feste Buchstabenverschiebung.
  • DaZ/Barrierefreiheit: Alphabettabellen und langsameres Tempo.
  • Sicherheit: klare Bewegungsregeln und beaufsichtigter Umgang mit Hilfsmitteln.
Vorgeschlagene Aufgabe

Erklären Sie einem Elternteil oder einer Bezugsperson, wie ein Code dabei helfen kann, eine Nachricht privat zu halten, selbst wenn sie durch einen öffentlichen Raum übermittelt wird.

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